Grundschule und Reutlingens erste Ganztagesschule

Eingangsstufe


In der Jos-Weiß-Schule werden Erst- und Zweitklässler in jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet. Es gibt jährlich zwei Einschulungstermine, im Februar und September.
Die Verweildauer beträgt zwischen einem und drei Jahren.
Seit zehn Schuljahren werden die Schüler der JWS nun in jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet.
Im Jahre 1997 bot das Modell "Schulanfang auf neuen Wegen" dazu einen interessanten Einstieg. Ziel dieser anderen Organisationsform ist es, dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder besser gerecht zu werden und eine individuelle Verweildauer zwischen einem und drei Jahren in der Eingangsstufe zu ermöglichen. Außerdem bietet diese Gruppenorganisation die Chance, von einer vermeintlichen Homogenität der Schulanfänger Abstand zu nehmen.
Die 5 – 8 jährigen Kinder gehören zu einer flexiblen Lerngruppe bzw. lernen entsprechend ihres individuellen Arbeitstempos.
Nach einer Einführung in das Material arbeiten die Kinder individuell in ihrem Tempo, z. B. im Leselehrgang. Kinder, die schon lesend zur Schule kamen, müssen ihr Tempo nicht verlangsamen, sondern können sich rasch mit Texten befassen, die ihren Lesekompetenzen entsprechen. Andere wiederum erlernen einen Buchstaben nach dem anderen. Entsprechend wird im Schreiben und in der Mathematik vorgegangen.

Daneben gibt es natürlich eine Fülle gemeinsamer Aktivitäten mit der Lerngruppe oder mit der Klasse. Bei heterogenen Gruppenarbeiten ist es von Vorteil, dass immer schon ein Teil der Schüler lesen kann. Ebenso dient das Helfersystem beim Lernstoff sowohl den Jüngeren, als auch der Vertiefung des eigenen Wissens. Auch der Effekt des 'Nebenbeihörens' ist nicht zu unterschätzen.

Fortgeschrittene arbeiten nach Wochenplänen, deren Prinzip in Klasse 3 und 4 fortgeführt wird. So wird die Selbstständigkeit von Anfang an gefördert: die Schüler haben eine Möglichkeit zur Auswahl des Lernstoffes, sie bestimmen ihr Lerntempo mit, sie schulen die Beurteilung ihrer eigenen Arbeit.
Die Eingliederung der Schulanfänger in bestehende Klassen wird durch ein System von "schulerfahrenen" Paten erleichtert. Alle organisatorischen Abläufe (Weg zur Turnhalle, zur Toilette, usw.) werden von den Kindern selbstverständlich weitergegeben. Die Schüler erleben sich selbst zunächst in der Rolle des Anfängers und wachsen dann in die Rolle des Erfahrenen hinein, geben ihr Wissen und praktische Erfahrungen weiter. Kinder, die noch mehr Zeit zum Lernen brauchen, können ein drittes Jahr in der Klasse bleiben, zusammen mit der Bezugsperson und einem Teil der vertrauten Gruppe. Sie werden nicht als "Wiederholer" gebrandmarkt und erleben in der Regel keinen Einbruch ihres Selbstwertgefühles, da sie nun zu den "Erfahrensten" zählen. Einen weiteren Beitrag zur Flexibilisierung der Eingangsstufe bietet die Einschulung im Februar. Kinder, die hier eingeschult werden, arbeiten auch nach den o. g. Prinzipien und haben eine Verweildauer von eineinhalb bzw. zweieinhalb Jahren in der Eingangsstufe. Die Rolle des Lehrers in jahrgangsgemischten Klassen ändert sich mehr hin zum Berater, Organisator und Beobachter.